
Cyanobakterien
Cyanobakterien (Blaualgen / Cyanobakterien)
Wissenschaftlicher Name: Oscillatoria sp., Phormidium sp., Lyngbya sp., Anabaena sp. Taxonomische Einordnung: Photosynthetische Bakterien (Cyanobakterien) – Es handelt sich NICHT um eine echte Alge Wasser: Süß- und Meerwasser Farbe: Dunkelgrün, blaugrün, manchmal rötlich, braun oder schwarz Konsistenz: Gelartige, glitschige Membran, bildet Schichten oder „Decken“
Aussehen: Gelartige, glitschige Schicht, die den Untergrund und die Dekoration wie ein Film bedeckt. Kann sich in ganzen Blättern ablösen. Sehr stechender, charakteristischer Geruch (nach nasser Erde, Schlamm, sogar nach Knoblauch). In schweren Fällen bedeckt sie den gesamten Boden wie ein blaugrüner Teppich.
Wo kommt sie vor?: Substrat (vor allem in Bereichen mit geringer Strömung), Dekoration, Bodenpflanzen. Im Meerwasser: auf lebendem Gestein und Substrat.
Ist sie gefährlich?:
- Einige Gattungen produzieren Toxine (Cyanotoxine): Hepatotoxine (Microcystis) und Neurotoxine (Anabaena). In Heimaquarien erreichen diese selten tödliche Konzentrationen, können jedoch bei starkem Algenwachstum empfindliche Fische und Garnelen beeinträchtigen.
- Verbraucht nachts große Mengen an Sauerstoff.
- Es setzt allelopathische Substanzen frei, die das Pflanzenwachstum hemmen.
Zugehörige Parameter:
- Niedrige Nitratwerte bei relativ hohen Phosphatwerten: Cyanobakterien können Stickstoff aus der Luft binden (Anabaena, Nostoc), weshalb sie sich vermehren, wenn nur wenig NO₃ verfügbar ist.
- Geringe Wasserströmung: Bereiche ohne Strömung sind der ideale Lebensraum
- Tiefliegendes, anoxisches Substrat: Die Cyanobakterie liebt Substrate, die reich an organischer Substanz sind
- Hoher pH-Wert: Ein pH-Wert > 7,5 begünstigt bestimmte Gattungen
- Licht: Kann sowohl bei wenig als auch bei viel Licht gut wachsen
Hauptursachen:
- Unzureichender Wasserfluss (insbesondere am Boden)
- Zu viel organisches Material im Substrat (Überlastung)
- N:P-Ungleichgewicht (geringer Nitratgehalt im Verhältnis zum Phosphatgehalt)
- Anoxische Substrate (sehr dicke Sandschicht)
- Neues, noch nicht ausgereiftes Aquarium
- Eine vorherige Behandlung mit Antibiotika, die die nitrifizierenden Bakterien abgetötet hat
So entfernen Sie sie:
- Anleitung: Beim Wasserwechsel mit einem Siphon absaugen. Mehrere Tage lang wiederholen.
- Biologisch: Nur wenige Tiere fressen Cyanobakterien freiwillig. Einige grabende Schlammschnecken (Melanoides) lockern den Untergrund auf und verhindern so deren Wachstum. Die „malaiischen Trompetenschnecken“ sind dabei hilfreich.
- Völlige Dunkelheit: 3–5 Tage völlige Dunkelheit reduzieren dies drastisch. Decken Sie das Aquarium vollständig ab.
- Durchblutung verbessern: Eine Umwälzpumpe installieren, deren Auslass auf den Boden gerichtet ist.
- N:P-Einstellung: Erhöhung des Nitratgehalts (NO₃-Düngemittel) ohne Erhöhung des Phosphatgehalts.
- Chemiker (Antibiotika):
- Erythromycin (0,2 mg/l): Sehr wirksam. Zerstört jedoch die nitrifizierenden Bakterien – NH₃ und NH₄⁺ nach der Behandlung überwachen. Empfindliche Tiere entfernen. Nicht bei Wirbellosen anwenden.
- Clarithromycin oder Azithromycin: Mildere Alternativen.
- Manuelle Methode + Dunkelheit: Bevorzugt, um Störungen des Stickstoffkreislaufs zu vermeiden.
- Wasserstoffperoxid: Kann in einer Dosierung von 1–2 ml/100 l mit Vorsicht verwendet werden.
Vorbeugung: Gute Durchströmung im gesamten Aquarium (keine Totzonen), zu tiefes Substrat vermeiden (> 5 cm), regelmäßige Wasserwechsel, keine Ansammlung von Detritus.